Analog oder digital – und wenn ja, wieviel?

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit an einer großartigen Veranstaltung teilzunehmen. Die Stiftung Gute-Tat.de hielt ihren jährlichen Marktplatz in den Räumlichkeiten der IHK Berlin ab. Vertreter verschiedener Betriebe und sozialer Projekte treffen sich dort und können 90 Minuten lang Ideen tauschen, wie die Betriebe die sozialen Projekte unterstützen können. Dabei habe ich spannende Projekte und wunderbare Menschen kennengelernt.

Zuhause angekommen, wollte ich diese Kontakte in mein digitales Netzwerk integrieren. Ich möchte mit diesen Menschen im Austausch bleiben und verfolgen, was die Projekte, die ich im kommenden Jahr mit meinem Know-How oder meiner Zeit unterstützen darf, so tun.

Etwas überrascht war ich, dass rund die Hälfte der Personen, von denen ich eine Visitenkarte vor mir liegen hatte, keinen LinkedIn Account hat. Einige waren überhaupt nicht online sichtbar. Die Hauptanfrage, die am Abend zuvor an mich herangetragen wurde, war aber bei allen Projekten gleich: wie kann ich besser sichtbar werden, um mehr Menschen für mein Projekt zu begeistern.

Gute-Tag.de Marktplatz 2022

Früher war alles besser? Natürlich nicht!

Vor 20 Jahren hätte die Antwort darauf teure Anzeigen in Zeitungen, Radiospots und Eintrittskarten für Messen und hochpreisige Einladungen zu Unternehmerverbänden beinhaltet. Heute können wir viel leichter, einfacher und viel kostengünstiger agieren. Es kostet nur ein wenig Zeit und vielleicht am Anfang etwas Überwindung, sich mit Netzwerken wie LinkedIn auseinander zu setzen.

Selbstverständlich kann man sich all den sozialen Medien, dem Internet und allen Kommunikationsplattformen entziehen und als analoges Wesen durchs Leben gehen. In dem Augenblick, wo man eine Mission hat und damit viele Menschen erreichen möchte, ist die digitale Sichtbarkeit unumgänglich geworden.

Dabei sollte man natürlich nicht jeden Trend mitmachen, sondern gezielt und mit Verstand eine passende Auswahl treffen: wenn die Zielgruppe 60+ ist, kann man TicToc getrost ignorieren, dafür findet man die U25 crowd kaum auf Facebook. LinkedIn ist eine Plattform für Recruiter und Verkäufer, aber auch für alle, die eine Mission haben, oder Content, der unseren Alltag bereichern kann. Instagram ist die Welt der bunten Bilder, der schnellen Storys oder der spannenden Reels. Und dann gibt es noch hunderte anderer Kanäle, die man für sich und seine Projekte nutzen kann.

Personalmangel in Gastronomie und Hotellerie.

Gerade auch dem Personalmangel in Gastronomie und Hotellerie werden wir nur schwer beikommen, wenn wir weiterhin die alten, ausgetretenen Pfade gehen, ausschließlich teure Anzeigen schalten und hoffen, dass die Bewerber von selbst merken, dass der eigene Betrieb großartige Jobs zu bieten hat. Lasst uns online im Gespräch bleiben und kommunizieren, neue Menschen kennenlernen und über viele Ecken den perfekten Geschäftspartner oder den optimalen Mitarbeiter finden. So, wie wir es analog immer schon machen.

Wir sind nämlich nicht mehr nur ausschließlich analoge Wesen. Jeder von uns hat eine digitale Spur. Wenn wir die sowieso ziehen, dann geben wir doch lieber die Richtung selbst vor.

Ich berate gerne soziale Projekte und Firmen, welche Kanäle geeignet sein können und wie man sie mit dem kleinstmöglichen Aufwand zielgerichtet und effektiv nutzen kann.

Und meinen neuen Kontakten werde ich demnächst eine Weihnachtspostkarte schicken.